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Das Apfel Dilemma

Wo Regionalität seine Grenzen hat

Regionalität. Dieses Stichwort ist vermutlich mittlerweile bei jedem angekommen, der sich mit Nachhaltigkeit beschäftigt. Im Supermarkt wird mit großen Schildern der Herkunftsort der Ware beworben. Ein Produkt aus Deutschland, sogar aus der Nähe? Wie wunderbar! Doch auch wenn es auf den ersten Blick so scheint… Ist ein regionales Produkt wirklich immer die beste Wahl? Das schauen wir uns heute mal genauer an.

Lebensmittel aus der Region

Regional und saisonal einzukaufen und zu essen scheint plausibel. Was hier in Deutschland geerntet wird (oder noch besser: am Hof nebenan), das muss keinen langen Transportweg zurücklegen und hat damit einen kleinen ökologischen Fußabdruck. Soweit so gut und meistens ist das natürlich auch wirklich eine sinnvolle Entscheidung! Aber ganz so einfach ist es dann eben doch nicht. 

Deutsche Äpfel das ganze Jahr?

Gut erklären kann man das an einer der beliebtesten Obstsorten der Deutschen: dem Apfel. Die verschiedensten Apfelsorten wachsen in Deutschland in eigentlich jeder Region, nur eben nicht das ganze Jahr über. Die Hauptsaison der Apfelernte ist etwa von August bis November. Ein paar frühe Sorten können wir von Mai bis Juli ernten, jedoch ist das wirklich eine kleine Minderheit. Und trotzdem finden wir auch im April Äpfel aus Deutschland im Supermarkt. Alles nur Schwindel? Nein das nicht, es handelt sich hierbei um sogenannte Lagerware.

Was ist denn Lagerware?

Im Gegensatz zu Beeren oder Spargel, Produkte von denen wir im Winter nur Schälchen aus Chile bekommen, lässt sich der Apfel sehr gut einlagern. Das hört sich prinzipiell erstmal praktisch an, allerdings ist die Frage, wie dieses Einlagern stattfindet. Denn im Gegensatz zu Omas eingelagerten Erdbeermarmeladen und Rumpflaumen liegen die im Herbst geerntete Früchte nicht einfach in einem großen Keller und warten darauf, in den Supermarkt gebracht zu werden. 

Die Lagerung von Äpfeln ist mit einer aufwendigen Kühlung verbunden, die nicht gerade energiesparend ist. Ein Apfel fühlt sich bei etwa 0 bis 5 Grad Celsius wohl, das ist etwas kälter als in unseren Kühlschränken. Der Stromverbrauch für solche Lagerhallen ist demnach enorm. So kommt es, dass der regionale Apfel von nebenan auf einmal eine schlechtere Ökobilanz hat, als der Apfel aus Neuseeland

Das hört sich erstmal absurd an, aber es ist Fakt. In Neuseeland ist nämlich genau in der anderen Hälfte des Jahres Apfelsaison, beispielsweise im April. Wenn die Früchte dann zu mehreren Tonnen mit einem Containerschiff nach Deutschland gebracht werden, steht der einzelne Apfel mit seinem ökologischen Fußabdruck besser da, als der aus Deutschland, der bereits 5 Monate im Kühlhaus wartet.

Mit dem Containerschiff hört die Rechnung nicht auf

Nach dieser Kalkulation muss man vielleicht erstmal schwer schlucken. Denn so einfach ist das mit der Nachhaltigkeit eben gar nicht. Viele Produkte haben einen langen Rattenschwanz und sowas wie Regionalität kann nicht einfach für alles und zu jeder Zeit über einen Kamm geschert werden. 

Übrigens ist die Rechnung auch nach dem Containerschiff noch lange nicht zu Ende. Wie viele Stationen muss der Apfel passieren bevor er im Supermarkt landet? Wie lange wird er dort gelagert? Wird der Apfel in Plastik verpackt oder lose angeboten? Und letztendlich schließt sich dem Weg des Apfels auch die Frage an: Fahren wir mit dem SUV zum Supermarkt oder kommen wir mit dem Rad? Das alles und noch viel mehr hat Einfluss auf den ökologischen Fußabdruck jedes einzelnen Apfels, den wir kaufen.

Fokus Lieferkette bei etepetete

Wir von etepetete packen aktuell auch Äpfel aus anderen Ländern in eure Boxen. Zum Beispiel aus Argentinien oder der Slowakei. Dabei achten wir immer auf eine möglichst kurze Lieferkette. Unsere Äpfel müssen nach dem Transport nach Deutschland nur noch eine Station passieren bevor sie bei euch ankommen: unsere Packhalle. Danach werden sie direkt und ohne Umwege mit grünem Versand vor eure Haustür gebracht. Außerdem kommt bei uns ausschließlich Bio Ware in die Box, denn – der ein oder andere kann es sich jetzt schon denken – der ökologische Fußabdruck fängt schon beim Anbau des Apfels an.

vor 4 Wochen
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